Die wichtigste „Zutat” zur Optimierung Ihrer Bierproduktionskapazitäten (ist nicht, was Sie denken)

Getränke im Allgemeinen, und Bier im Speziellen, sind längst keine Waren mehr.

Getränke sind ein Statement, ein Abbild Ihres Stils, Ihrer Kultur oder Ihres Gesundheitsbewusstseins. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel nennen: Der gesundheitsbewusste Biobierverfechter genießt sein frisches, aus rein natürlichen Zutaten gebrautes, gerne auch alkoholfreies Weizen, wohingegen die moderne Bierkennerin ihr kohlenhydratarmes Helles mit Mango-Ingwer-Geschmack für die tropische Note mag. Um sich unter derartigen Wettbewerbsbedingungen an die Spitze zu setzen, müssen Brauereien mit neuen Marken, Geschmacksrichtungen und gezielten Angeboten für die nächste Generation Bierliebhaber innovativ sein.

Während die Verbraucher immer anspruchsvoller werden, verringern die seit einigen Jahren zu beobachtenden Konsolidierungstendenzen in der Brauereiwirtschaft die Kapazitäten der Brauereien. Auch die Saisonalität der Branche bestärkt die Brauereien in der Erstellung optimaler Prognosen, bei denen ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herrscht. Angesichts der zunehmenden Supply-Chain-Komplexität und eines erweiterten Produktportfolios stellt sich die Frage:

Wie lassen sich Ihre Braukapazitäten optimieren?

The key ingredient to optimizing your beer production capacity

Mit einem Wort: Bei der Sales & Operations Planning (S&OP) handelt es sich um einen Prozess, der die jeweiligen Pläne der einzelnen Unternehmensfunktionen so aufeinander abstimmt, dass die Strategien und Ziele des Unternehmens als Ganzes unterstützt werden. Dieser einheitliche operative Plan erstreckt sich in der Regel über einen Zeithorizont von 24 Monaten und wird regelmäßig, üblicherweise monatlich, überprüft. Dabei ist, wie ich ergänzen möchte, der S&OP-Prozess eines Unternehmens nicht nur der Sache nach einzigartig, sondern auch perfekt auf die Branche, das Produkt, die Restriktionen und den Reifegrad des jeweiligen Unternehmens abgestimmt.

Wie ausgereift ist Ihr S&OP-Prozess?

In diesem Bericht von Lora Cecere wird die heutige Supply-Chain als traditionell, taktisch und vorsichtig dargestellt. Insofern ist der S&OP-Prozess in der Regel noch unausgereift. Das bedeutet, dass Unternehmen – insbesondere globale Unternehmen – noch immer in erster Linie Spreadsheets, E-Mails und andere unzulängliche Produktivitätstools einsetzen. Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?

Am besten lässt sich die Flexibilität Ihrer Brauerei-Supply-Chain steigern, indem Sie Ihren S&OP-Prozess verbessern. Langfristig verbessert ein ausgefeilter S&OP-Prozess, der für ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sorgt, die Leistungsfähigkeit und Rentabilität Ihrer Brauerei. Im Einzelnen sieht die Situation so aus:

Stillen Sie den Datenhunger

Die erste große Hürde liegt in der Datenerhebung. S&OP erfordert Daten von allen Fronten: Vertriebs-, Bestands-, Produktstamm-, Kosten- und Preisdaten und dergleichen. Dabei müssen die Brauereien besonders die schwankenden Rohstoffkosten, den Preisdruck und die rechtlichen Bestimmungen im Blick haben, also all jene Faktoren, die die ganze Sache noch komplexer machen. In der Praxis bedeutet das, dass auch saisonale Faktoren, wie das Wetter, Events und Werbeaktionen, bei der Datenerhebung berücksichtigt werden sollten. Die Schwierigkeit bei der Erhebung dieser Daten liegt in ihrer Streuung begründet: Die von Ihnen benötigten Daten sind über verschiedene Abteilungen, Systeme und Silos verteilt.

Sie führen ein neues Produkt ein?

Wir sind uns alle einig, dass Brauereien mit neuen Marken und Geschmacksrichtungen innovativ sein müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Verknüpfung der Innovationspipline und des S&OP-Prozesses eines Unternehmens liegt der Schlüssel zum Erfolg. Mit anderen Worten: Jedes neue Produkt in Ihrem Portfolio, jede Werbeaktion und jede Rezepturänderung ist von Bedeutung und muss Ihrer S&OP entsprechen. Im selben Maße muss auch das bestehende Markenportfolio gemanagt werden, um Überbestände bei den fertigen Produkten, Rohstoffen und Getränkebehältern in den Griff zu bekommen. Fazit: Nehmen Sie die Einführung neuer Produkte und das End-of-Life-Management in Ihren S&OP-Prozess auf.

Erstellen Sie einen restriktionsfreien Nachfrageplan

Als Nächstes kommt ein komplexer Bündelungs-, Kollaborations- und Prognoseprozess, der dazu dient, einen einheitlichen Plan für die Geschäftstätigkeit zu erstellen. Dieser Plan sollte die Produktart und -menge umfassen, die die Brauerei, ungeachtet der Supply-Chain-bedingten Restriktionen, absetzen kann. Durch Erstellen von Nachfrageszenarien kann die Brauerei verschiedene Optionen sondieren und herausfinden, mit welchen davon sich die Effektivität des S&OP-Prozesses steigern lässt, und diese dann auf ihre Unternehmensziele abstimmen. Das Ziel hier besteht darin, ein Gesamtbild Ihrer Nachfragesituation zu erzeugen.

Stimmen Sie Nachfrage und Angebot aufeinander ab

Sobald der Nachfrageplan steht, muss er auf den entsprechenden Angebotsplan abgestimmt werden. Im Wesentlichen muss dazu das Supply-Chain-Netzwerk mit seinen Restriktionen modelliert werden. Dabei sollten zum Beispiel die Tankkapazitäten, der Leergutbedarf, der Rohstoffbestand und die Haltbarkeit der Rohstoffe sowie die Konzernverbindungen, einschließlich Bereitstellungsplanung, kritische Materialien und Transport, abgebildet werden. In dieser Phase sollten Sie ermitteln, welche Entscheidungen Sie treffen müssen, um trotz der für Ihr Unternehmen geltenden, spezifischen Restriktionen die Nachfrage zu befriedigen und Ihre Unternehmensziele zu erreichen.

Vertrieb trifft auf Supply-Chain

In dieser Phase sollten Sie den für Ihre Brauerei rentabelsten Plan erstellen. Der Plan sollte gemeinsam und bereichsübergreifend erstellt werden, also unter Beteiligung der Bereiche Vertrieb, Supply-Chain und Innovation – bis hin zum HR-Bereich, sofern erforderlich. Ziel des Ganzen ist es, Defizite zu erkennen und Empfehlungen für die Vertreter der obersten Führungsebene zu erarbeiten.

Besprechungen der Führungsspitze

Die Vertreter der obersten Führungsebene prüfen im Rahmen ihrer Besprechungen die Empfehlungen und stimmen den Plan auf die Unternehmensziele ab. Manche Entscheidungen bedürfen der Genehmigung durch die Führungsspitze, da mit ihnen erhebliche Kapitalausgaben oder Investitionen verbunden sind. Das oberste Ziel dieser Besprechungen sollte es sein, die verbliebenen Bedenken zu beseitigen und einen Konsensplan zu verabschieden.

Fakt ist: Jedes Unternehmen hat einen eigenen S&OP-Prozess, der durch die Branche, das Produkt und die Unternehmensstruktur bestimmt wird. Die bewährten S&OP-Praktiken, die ich Ihnen in diesem Blogeintrag vorgestellt habe, können in einer Vielzahl von Branchen angewendet werden.

Möchten Sie gerne mehr über S&OP und deren Verbesserungsmöglichkeiten in Ihrer Brauerei erfahren? Dann besuchen Sie gleich unser S&OP-Portal, über das weitere Whitepaper, Webinare und Informationen von Gartner abrufbar sind.

Wie würden Sie den aktuellen Zustand Ihres S&OP-Prozesses beurteilen? Verfassen Sie einfach nachstehend einen Kommentar.

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