Containerdepotplanung: 5 Schritte auf dem Weg zu großen Gewinnen

Big Data kann einen enormen Beitrag zur Verbesserung der Supply-Chain-Planung leisten, bringt aber erst einen greifbaren Nutzen, wenn auch das entsprechende Wissen vorhanden ist, wie man damit umgehen muss. Um die Kluft zwischen Big Data und optimierten Planungsentscheidungen zu überbrücken, setzen viele Unternehmen nun auf Big Calculations. Big Calculations erschließt den Wert von Big Data, was zu einer Optimierung in Echtzeit führt, die wiederum schnell und effizient wirtschaftliche Ergebnisse erzielt.

Im vergangenen Jahr haben wir das Konzept “Big Calculations” auf der ersten INTE-TRANSIT International Conference im spanischen Valencia vorgestellt. Die Konferenz lieferte den Betreibern von Containerhäfen wertvolle Erkenntnisse darüber, wie sie mit strategischer Planung und modernen Logistiksystemen ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. Als Vorbereitung auf die Konferenz haben wir eine spezielle Präsentation erstellt, in der die Planungsentscheidungen veranschaulicht werden, die die Planer eines Containerterminals tagtäglich zu treffen haben.

Bildnachweis: Big Calculations – der Schlüssel zur Lösung des Effizienzproblems (Slideshare)

Während der Konferenzvorbereitung kristallisierten sich zwei Dinge heraus. Erstens: Wie man an der enorm großen Zahl an Linien sehen kann, ist die Containerdepotplanung allein schon eine höchst komplexe Angelegenheit. Zweitens: Das Depot – also, die Fläche, auf der alle gestapelten Container gelagert werden, – liegt zwischen der Wasserseite (wo die Schiffe anlegen, be- und entladen werden etc.) und der Landseite eines Terminals (wo LKW und Züge die Container weiter ins Landesinnere transportieren).

Wie Sie sehen, haben die Planungsentscheidungen für das Containerdepot Auswirkungen auf alle anderen Abläufe am Terminal. Wie also kann mit Big Calculations sichergestellt werden, dass die Depotkapazitäten optimal geplant werden und zudem die Leistungsfähigkeit der anderen Bereiche des Terminal steigern?

Wenn Sie die Gelegenheit hatten, auf der Gartner Supply Chain Executive Conference in Arizona unsere neueste Keynote-Präsentation zu sehen, dann wissen Sie, dass Big Calculations in 5 Schritten umgesetzt wird.

5 steps to calculated decisions

5 steps to deliver calculated decisions and BIG value

Schritt 1: Strategische Ziele festlegen

Seien Sie sich darüber im Klaren, was Sie verbessern möchten. Die wichtigste Frage lautet hier: Welche allgemeinen Leistungskennzahlen bestimmen die Leistungsfähigkeit des Containerterminals? Die übergeordneten Ziele lauten für jedes Containerdepot wie folgt:

  • Maximierung der Effizienz und Reduzierung von Überlastungen im Depot durch Abstimmung der Be- und Entladevorgänge sowie der Gateabläufe
  • Minimierung der Umlaufzeiten der Schiffe, indem die Container für die Beladung strategisch günstig platziert und Flächen für die Entladung bereitgestellt werden
  • Einhaltung der Service Level Agreements für die LKW der Transportunternehmen, damit eine zügige Abfertigung möglich ist

Schritt 2: Planungsentscheidungen definieren

Die Planungsentscheidungen sind mit Bedacht zu treffen, da sie Auswirkungen auf die oben genannten übergeordneten Kennzahlen haben. Es ist kein Leichtes, Planungsentscheidungen zu treffen, da viele Überlegungen hineinspielen wie z. B.:

  • Welche Flächen des Depots sollen für welche Art von Diensten und Containern genutzt werden?
  • Wie hoch sollen die Container im Depot gestapelt werden?
  • Containerverteilung – wie sollten die Regeln im Zusammenhang mit der Containerplatzierung konfiguriert werden?

Schritt 3: Die Supply-Chain des Containerterminals modellieren

Als nächstes wird die “Supply-Chain” des Containerterminals im Kontext der Planungsentscheidungen modelliert, die in Schritt 2 definiert wurden. Wie kann gewährleistet werden, dass die Depotkapazitäten optimal geplant und genutzt werden? Die Antwort liefert das nachstehende Flussdiagramm:
Container terminal supply chain

Derzeitiges Depotlayout: Wie sieht das derzeitige Depotlayout aus und wie dicht ist es?

Erwartete Containerbewegungen: Wie viele Container werden verladen und gelöscht? Wie viele werden wahrscheinlich umgeschlagen und mit welchem Bestimmungsort? Wann werden Container ankommen und am Gate abgeholt?

Schiffspläne: Wann sollen Schiffe im Terminal ankommen? Welchen Liegeplatz sollen sie zugewiesen bekommen? Wie lange werden sie im Terminal verweilen? Welche weiteren Faktoren spielen hier und für andere Schiffspläne eine Rolle?

Der Erfolg der Modellierung hängt davon ab, ob alle Planungsrestriktionen berücksichtigt werden, d. h.:

  • die Größe des Depots
  • die Fähigkeit der Containerkräne auf Rädern (RTG), Container in einer bestimmten Höhe zu stapeln
  • die Anzahl der Kräne, die gleichzeitig in einem Block eingesetzt werden können
  • und in manchen Fällen die Eigentumsverhältnisse, was bestimmte Depotblöcke anbelangt (Reedereien sind in der Regel Eigentümer oder Pächter von Depotflächen)

Schritt 4: Planungskennzahlen messen

Nachdem die Modellierung abgeschlossen ist, müssen bestimmte Planungskennzahlen gemessen werden. Die Planungskennzahlen unterscheiden sich von den allgemeinen Leistungskennzahlen (aus Schritt 1). Ein Beispiel: Wenn Sie die vereinbarten Servicelevel im Laufe der Zeit verbessern möchten, können Sie es sich nicht leisten, mehrere Monate zu warten, bis Sie Resultate sehen. Sie sollten die Möglichkeit haben, das täglich zu beurteilen, indem Sie künftige Szenarien anhand einzelner Entscheidungen betrachten und entsprechend handeln, bevor die jeweilige Entscheidung in der Praxis umgesetzt wird. Wie also lauten die Kennzahlen, die im Zusammenhang mit der Depotplanung gemessen werden sollten?

  • Zurückgelegte Strecke der Laufkräne zwischen
  • dem Schiff und den zugewiesenen Abstellplätzen für die entladenen Container
  • den Abstellplätzen der zu verladenden Container und dem Schiff
  • Housekeeping-Bewegungen der Kräne (d. h. vereinfacht gesagt, die Anzahl der Bewegungen, die erforderlich ist, um einen bestimmten Container in einem Stapel zu erreichen)
  • Umlaufzeit der Schiffe
  • Umlaufzeit der LKW


Schritt 5: Optimieren

Last but not least erstellen Sie durch Optimierung den besten Plan entsprechend den in Schritt 4 festgelegten Leistungskennzahlen. Die Depotoptimierung macht dabei lediglich einen Teil einer effizienten Terminalplanung aus. Big Calculations kann auch zur Optimierung weiterer Teile des Containerterminals eingesetzt werden. Erfahren Sie mehr.

Die Kernpunkte

  1. Bei Big Calculations geht es um Echtzeit-Optimierung, die auf jede beliebige Supply-Chain in jeder beliebigen Branche angewendet werden kann.
  2. Die Depotplanung in einem Containerterminal ist ein komplexes Unterfangen, da sie die Leistungsfähigkeit aller Logistikprozesse des Terminals beeinflusst.
  3. In 5 Einzelschritten gelangt man zu einer kalkulierten Entscheidung, wie die Containerdepotkapazitäten Tag für Tag optimal geplant werden können.

Mit welchen Herausforderung haben Sie momentan bei der Depotplanung in Ihrem Containerterminal zu kämpfen? Verfassen Sie einfach nachstehend einen Kommentar oder schreiben Sie einen Tweet @Quintiq.

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