Cool bleiben trotz Hitze

HOW-TO-STAY-COOL-IN-THE-HEATEs sieht so aus, als ob der Sommer endlich da ist: In Berlin sind heute 35 Grad und ich freue mich darauf, gemeinsam mit meinem Sohn ein leckeres Eis im Park zu essen. Die Deutschen lieben Eis und an einem Tag wie heute kühlen sich alle draußen mit dieser süßen Verführung ab. Hier in Deutschland weiß man nie, wie lange der Sommer dauert. Gestern regnete es den ganzen Tag. Gerade hat man sich an den Sommer gewöhnt und schon ist er vielleicht wieder vorbei.

Unsicherheitsfaktoren bei der Speiseeisproduktion

Da frage ich mich doch: Wie gehen denn die Eishersteller mit dieser unsicheren Situation um? Sicher, sie haben Statistiken und Verkaufsdaten, aus denen sie die Nachfrage und Beliebtheit der Produkte nach Saison ablesen können, doch wie sieht es mit dem Wetter aus? Das Wetter ist extrem launisch und kann nicht so vorhergesagt werden, dass man weiß, was wann und wo produziert werden muss. Da saisonale Schwankungen ein wichtiger Faktor sind, haben die Eishersteller mit großen Nachfrageunsicherheiten und -schwankungen zu tun. Die Nachfrage ist hoch, wenn es draußen warm ist, und gering, wenn es kalt ist, doch wann ist der ideale Zeitpunkt, sich auf den Sommer vorzubereiten und die Maschinen zu starten? Letzten Endes läuft alles auf einen zuverlässigen Bedarfsplan hinaus.

Eine der größten Herausforderungen besteht nicht darin, zu viel zu produzieren und auf Lager zu haben, sondern darin, zugleich – durch Sicherstellung der Warenverfügbarkeit und Auftragserfüllung – für den Sommer bereit zu sein, der jederzeit aus heiterem Himmel da sein kann. Die Eishersteller können nicht erst die Maschinen starten, wenn die ersten warmen Sommertage unmittelbar vor der Tür stehen. Dann ist es schon zu spät. In der Regel beginnen sie bereits am Ende des Jahres die ersten Bestände aufzubauen. Wie? Mit zuverlässigen Bedarfsprognosen sowie einem soliden Bestands- und Produktionsmanagement. Muss die Produktion wegen einer plötzlich gestiegenen Nachfrage nach Schokoladeneis auf einer Maschine von Schokoladen- auf Vanilleeis umgestellt werden, führt das zu hohen Umstellungskosten und kürzeren Produktionsläufen. Wir haben die Faktoren, die den Bedarfsplan bestimmen, bereits kennengelernt. Doch wichtiger noch ist, dass es möglich ist, den Plan zu ändern, die Auswirkungen dieser Planänderungen auf die Supply-Chain zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Intelligente Planung ist die rettende Lösung

Damit gewährleistet ist, dass während der Hochsaison die richtigen Produkte in den richtigen Mengen an den richtigen Orten vorhanden sind, ist eine taktische Planung der Supply-Chain ein Muss. Die Planung und Optimierung des Bestandsaufbaus beginnt in der Regel 6 bis 8 Monate zuvor. Bei einer hohen Transparenz über sämtliche Elemente der Supply-Chain schlagen sich Nachfrageänderungen sofort nieder: Entsprechende Änderungen können zu einem späteren Beginn der Vorproduktion führen, wodurch Bestand und Working Capital reduziert werden. Während der Saison bedarf es dann einer gründlichen Analyse, um die S&OP-Pläne anpassen zu können, wenn sich die Einflussfaktoren ändern. Zum Beispiel müssen Kapazitäten vorgehalten werden, wenn von den verkaufsstärksten Produkten mehr produziert werden muss, was durch eine entsprechende Analyse zutage tritt.

Wie Sie sehen, zeichnet sich die Speiseeisproduktion durch eine Vielzahl an Produkten und Varianten aus. Und die Geschmäcker der Publikümer sind bekanntlich verschieden. Stellt also die Produktionskapazität einer Ressource einen Engpass dar, sollte man sich mithilfe der taktischen Planung einen Überblick über die alternativen Lösungen verschaffen. Wenn es der Produktionsprozess zulässt, können die Hersteller Änderungen schnell umsetzen, um dem Bedarfsplan gerecht zu werden.

Die optimale Balance

In der Speiseeisproduktion geht es um das optimale Gleichgewicht zwischen Auftragserfüllung, Lagerbestand und Produktionskosten. Auch wenn Eis nicht so leicht verderblich wie Milch oder Fleisch ist, kann es nicht allzu lange gelagert werden. Folglich werden Lagerbestände, die nicht verbraucht werden, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bis zum nächsten Sommer überdauern.

Erneut muss ich also feststellen, dass eine vernünftige Planung alles ist. Wie ich bereits zu Beginn sagte: Der Sommer in Deutschland kann schnell kommen und schnell wieder vorbei sein. So, nun werde ich schnell ein Eis für meinen Sohn und mich holen und die Sonne genießen, solange sie noch scheint!

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