Für Fleischwarenproduzenten geht es auch in der Planung um die Wurst

img-meat-production-000010004286_xxxlarge

Bereits in einem einzigen Fleischproduktionsbetrieb werden mehrere Millionen Tiere verarbeitet. Ob  Schwein, Rind oder Geflügelverarbeitung – die Herausforderungen sind meist dieselben.  In der Regel fehlt Fleischwarenproduzenten die nötige Transparenz, sowohl bereichs- als auch werksübergreifend, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daraus resultiert, dass alles bei der Planungsabteilung aufschlägt, was sehr belastend für die Planer ist: Wurde der Auftrag eines Kunden nicht erfüllt oder kommt es zu Engpässen, so gibt man den Planern die Schuld. Doch warum kommt es überhaupt dazu?

Was hält die Fleischwarenproduzenten davon ab, effiziente Pläne zu erstellen? Schauen wir uns einmal die größten Herausforderungen an, mit denen Planer in der Fleischindustrie tagtäglich zu kämpfen haben:

Die Unberechenbarkeit der Maße

Eine der größten Planungsherausforderungen in der Produktion von Fleischerzeugnissen ist die Versorgungsunsicherheit: Sie können nie sicher sein, ob Ihnen die bestellte Anzahl an Tieren auch geliefert wird. Außerdem können Größe und Lebendgewicht der Tiere schwanken. Da die genaue Spezifikation des Tieres und damit die Beschaffenheit des Fleisches erst nach der Schlachtung bekannt ist, müssen die Planer flexibel sein, wenn die Realität über sie hereinbricht. Mit dem richtigen Planungstool lässt sich anhand der Ist-Situation und den jeweils aktuellsten Daten die optimale Verwertung berechnen und es kann in Echtzeit ein neuer Plan erstellt werden.

Strenge Lebensmittelsicherheitsvorschriften

Die Überwachung  der Produkthaltbarkeit spielt für die Lebensmittelsicherheit eine wesentliche Rolle. Bei Fleischwarenproduzenten kommt erschwerend hinzu, dass sich die Haltbarkeit im Laufe des Produktionsprozesses ändern kann. Frischfleisch ist beispielsweise 2 Tage haltbar, wird es jedoch gekocht, erhöht sich die Haltbarkeit auf 4 Tage. Durch Salzen und Räuchern lässt sich die Haltbarkeit verlängern, ebenso wie durch verschiedene Lagermethoden, wie Gefrieren oder Vakuumieren.

Die Haltbarkeit bringt damit einen grundlegenden Komplexitätsfaktor in die Planung. Bei der Produktionsprogrammplanung muss die Haltbarkeit jedes einzelnen Produktes und dessen Bestandteilen bekannt sein und berücksichtigt werden.

Außerdem müssen die in bestimmten Convenience-Produkten enthaltenen Allergene, wie Gluten, Nüsse oder Milchprodukte, überwacht und dokumentiert werden. Hierzu zählt auch, dass beispielsweise eine Reinigung zwischen bestimmten Produktionsstufen eingeplant werden muss, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Es gibt noch weitere Regeln, die die Planung zusätzlich erschweren. Diese Regeln beziehen sich ausschließlich auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Kunden z. B. ist ein Discounter eventuell flexibler und lässt verschiedene Fleischqualitäten zu, wohingegen ein Premium-Supermarkt vielleicht eine ganz bestimmte Fleischqualität und -frische erwartet. Angesichts derartiger Einschränkungen müssen die Fleischwarenproduzenten unbedingt besser planen. Ein realisierbarer Plan lässt sich nur mit einem Planungstool erstellen, das alle Regeln, Einschränkungen und Vorschriften beachtet.

Komplexe innerbetriebliche Logistik

Innerbetriebliche Logistik ist ein wichtiges Thema, da bei der Fleischproduktion verschiedene Werke an der Produktion beteiligt sind: einige sind ausschließlich für die Schlachtung und Zerlegung zuständig, andere stellen Convenience-Produkte her usw. Ein Zerlegungsbetrieb kann Produkte entweder direkt an den Kunden liefern oder an das Werk zur Weiterverarbeitung  in Convenience-Produkte. Ein Fleischerzeugnishersteller muss immer abwägen können, ob er einen Kundenauftrag sofort erfüllt oder doch lieber das Fleisch zur Weiterverarbeitung in das Convenience-Lebensmittel-Werk schickt, um ggf. ein Produkt zu erhalten, dass eine höhere Marge erzielt. Um also einen Überblick über die verschiedenen Optionen und mögliche Szenarien zu erhalten, muss werksübergreifend geplant werden.

Kunden und ihre Anforderungen

In vielen Fällen gehen Kundenaufträge sehr kurzfristig ein, z. B. erst 2 Tage im Voraus. Mitunter ruft ein Kunde jedoch schon am nächsten Tag wieder an, um seinen Auftrag zu ändern, z. B. um die Bestellmenge zu verdoppeln, zu halbieren oder den Auftrag zu stornieren.

Aufgrund dieser Unberechenbarkeit benötigen Fleischwarenhersteller ein System, mit dem sich innerhalb weniger Minuten ein neuer Plan erstellen lässt.

Der Handel will Umsatzeinbußen aufgrund von Lücken in Regalen tunlichst vermeiden, sodass er die Auftragserfüllung zum zentralen Beurteilungskriterium für die Auswahl des Fleischlieferanten erhebt. Die schlechte Nachricht? Kann ein Fleischlieferant beispielsweise bei Nachfragespitzen oder Promotions, die aufgrund ihres Aktionscharakters immer nur über einen bestimmten Zeitraum laufen nicht in ausreichenden Mengen liefern, wird der Händler ohne zu zögern auf einen anderen Lieferanten zugreifen. Es ist demnach extrem wichtig die Auftragserfüllungsquote als KPI (Leistungskennzahl), in der Planung einzusetzen.

Intelligenter planen und sich für die Zukunft rüsten

Die ungewisse Angebots- und Nachfragesituation sowie die sich ständig ändernden Kundenanforderungen setzen Fleischwarenhersteller unter enormen Druck. Daher benötigen sie ein System, mit dem sie Pläne erstellen können, die sich rasch an sämtliche neue Gegebenheiten anpassen lassen. Außerdem müssen all diese Informationen an einem zentralen Ort gesammelt werden, um eine einheitliche Datenbasis zu schaffen. Eine zerklüftete Planung, bei der jedes Werk eigene Excel-Tabellen in verschiedenen Formaten verwendet, verhindert eine „Single Source of Truth”.

Mit dem richtigen Planungstool lässt sich sofort erkennen, ob die Erfüllung des Auftrags möglich ist oder nicht. Darüber hinaus trägt das Echtzeit-Feedback vom MES an das Planungssystem dazu bei, die Produktivität und Effizienz zu verbessern, da die Planer so einen umfassenden Überblick erhalten und im Falle von Störungen sofort reagieren können.

Wie Sie sehen können, machen die Herausforderungen der Fleischwarenproduzenten die Planung zu einer extrem komplexen Angelegenheit. Um flexibler agieren zu können, benötigen die Fleischwarenhersteller daher eine zentrale, integrierte Lösung – von S&OP über die Produktionsplanung bis hin zur Transportplanung. Nur mit dem Einsatz einer intelligenten Planungsplattform ist es möglich einen realisierbaren, optimierten Plan zu erstellen, der alle Restriktionen und Regel beachtet.

Näheres zu den Herausforderungen der Fleischwarenproduzenten und wie diese bewältigt werden können, erfahren Sie in unserer Broschüre „What’s eating the meat industry?Diese können Sie hier herunterladen.

Gibt es in Ihrem Betrieb andere Herausforderungen, die wir in unserer Broschüre nicht erwähnt haben? Dann teilen Sie uns diese bitte in einem Kommentar mit oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf. Wir schauen uns Ihre Planungsherausforderungen gern näher an.

Dieser Blogbeitrag wurde ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *