Gestern war Valentinstag: Für Ihr Lächeln fliegen Blumen um die Welt – Und mit den richtigen Algorithmen lächelt auch die Umwelt

1455264616_Rose-2Rote Rosen als Zeichen der Liebe – sie haben am Valentinstag schon die eine oder andere Beziehung gerettet. Doch damit der „Retter“ rechtzeitig in die Blumenläden kommt, ist eine anspruchsvolle Logistik gefragt. Denn die Blumen haben eine weite Anreise zu bewältigen, liegen doch die wichtigsten Anbaugebiete in Äquatornähe – beispielsweise in Kenia oder Ecuador. So nehmen sie den Luftweg nach Europa. Zwischen Schnitt und Auslieferung liegen in der Regel nur 2 bis 4 Tage. Zwar ist auch der klimaschonendere Seeweg denkbar. Doch dann wären die Blumen mehr als drei Wochen unterwegs – und eine schnelle Reaktion auf Nachfrageschwankungen ist nicht mehr möglich.

Gewusst wie

Kaum zu glauben, aber wahr: Tatsächlich hinterlässt der Anbau von Rosen in Afrika oder Südamerika einen kleineren CO2-Fußabdruck als die Aufzucht im kalten Europa, wo gerade zu dieser Jahreszeit viel Heizenergie nötig wäre. Diese Einsparung gleicht Experten zufolge die Emissionen der Lufttransporte aus. Hinzu kommen wetterbedingte Schwankungen in der Nachfrage. Wenn es frühlingshaft warm wird, dann sind nämlich Tulpen bei Verbrauchern eher angesagt als Rosen. Und wer weiß schon drei Wochen vorher, wie das Wetter wird? Also ist Luftfracht die nahe liegende Lösung.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es möglich ist, den Blumentransport per Kühlcontainer und Schiff signifikant auszubauen. Zur Berechnung von Bedarfsschwankungen gibt es schließlich in der produzierenden Industrie bereits ausgeklügelte IT, deren Programme die unterschiedlichsten Wahrscheinlichkeiten mit einberechnen. Auch die Quintiq GmbH bietet hier ein wirksames Tool an, das anhand hoch spezieller Algorithmen den künftigen Bedarf ermittelt. Mit den richtigen Daten gefüttert könnte dies auch in der Blumenindustrie helfen, zumindest einen guten Teil der Rosen per Seefracht zu verschicken.

Tonnenfracht

Schiff statt Flugzeug: Die CO2-Ersparnis wäre enorm. Denn wir sprechen hier von tausenden Tonnen blühender Fracht. Allein die Deutsche Lufthansa hatte im vergangenen Jahr zum Valentinstag rund 1.500 Tonnen Rosen transportiert, das sind über 30 Millionen einzelne Blütenstiele. Die lateinamerikanische Fracht-Fluggesellschaft Lan Cargo brachte 2015 sogar 10.500 Tonnen Blumen vor dem Valentinstag in die USA sowie in die Niederlande. Das waren über 200 Millionen Pflanzen in rund 170 großen Frachtmaschinen.

Ob auf dem See- oder Luftweg – eine Synchronisierung der Beteiligten über alle Prozessstufen hinweg ist unumgänglich, damit die Blumen eine Chance haben, in unseren heimischen Vasen noch über Tage hinweg ansehnlich zu blühen. Viele Akteure müssen dafür unter einen Hut gebracht werden – vom Spediteur im Herkunftsland über die Handlingunternehmen, Airlines oder Reedereien bis hin zu den Zwischenhändlern und Verteilerverkehren in Europa – um die Kühlkette durchgehend abzusichern. Das ist über die richtige IT und die richtigen Schnittstellen kein Hexenwerk. Es muss nur konsequent umgesetzt werden. Denn ist die Kühlkette erst einmal für nur wenige Minuten unterbrochen, kann dies für hängende Köpfe sorgen – bei den Blumen und dem Valentinsschatz.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *