Grenzüberschreitender elektronischer Handel als Sprungbrett für Händler: F&A mit Charles Brewer

iStock-498122216Zu behaupten, dass der grenzüberschreitende elektronische Handel abhebt wie eine Rakete, wäre untertrieben. Angesichts einer jährlichen Wachstumsrate von rund 25% und einer voraussichtlichen Marktgröße von 1 Billion Dollar im Jahr 2020 ist sein Potenzial enorm.

Wir haben DHL eCommerce CEO Charles Brewer gebeten, uns Einblicke in den boomenden Trend des grenzüberschreitenden elektronischen Handels zu gewähren. Mit mehr als 32 Jahren Branchenerfahrung, die er in zahlreichen Sparten und Weltregionen, darunter Europa, Asien-Pazifik, Nord- und Südamerika sowie Afrika, sammeln konnte, gilt Charles Brewer als ausgewiesener Experte in den Bereichen Supply-Chain, internationaler Versand und elektronischer Handel.

Lesen Sie nachstehend seine Antworten.

1. Welche sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden elektronischen Handel, vor denen der Einzelhandel heute und in naher Zukunft steht?

Das Phänomen des globalen elektronischen Handels bringt Chancen, aber auch neue Herausforderungen für den Einzelhandel mit sich. Unter anderem, dass die Verbraucher heute immer größere Erwartungen an den elektronischen Handel stellen und es noch nie so leicht war, Kunden zu verlieren!

Viele Online-Shopper lassen ihren Warenkorb stehen, wenn während des Einkaufs auch nur das geringste Problem auftritt. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 86% der Online-Shopper ihren Warenkorb wegen mangelnder Liefer- und Zahlungsoptionen, wegen der schwierigen Retourenhandhabung und wegen Sicherheitsbedenken stehen lassen. Schlechte Erfahrungen rund um die Lieferung halten die Kunden davon ab, erneut beim selben Online-Händler zu bestellen.

Marken und Internet-Händler, die dem Kunden mehr Komfort, mehr Auswahl und mehr Kontrolle bieten und dabei den Lieferprozess transparent gestalten, werden sich in diesem hart umkämpften und schnell wachsenden Sektor erfolgreich durchsetzen.

2. Warum ist es für den Einzelhandel so wichtig, Logistik und Lagerwirtschaft in die jeweilige globalere Strategie einzubinden?

Die neuen Schlachtfelder heißen Bestellung und „die letzte Meile” von Lieferungen. Die Kunden möchten bestellen, was sie wollen, und ihre Bestellung an den Ort und zu dem Termin liefern lassen, die sie bestimmen.

Aus diesen Gegebenheiten lassen sich derzeit eine Reihe von Trends ablesen:

  • Die On-Demand-Economy ist nicht mehr wegzudenken und die Online-Shopper von heute bestimmen selbst, wo, wann und wie sie ihre Bestellungen erhalten möchten.
  • Der Einzelhandel kann nicht mehr nur auf stationäre Verkaufsstellen setzen. Am erfolgreichsten werden die Marken und Händler sein, die eine gute Auswahl an Lieferoptionen bieten und die Lieferungen möglichst nahe zum Kunden bringen können.
  • Ein hervorragender Lieferservice ist kein Luxus mehr, sondern eine unverzichtbare Grundvoraussetzung. Die Kunden werden wieder bei dem Händler kaufen, der zuverlässig einen hervorragenden Lieferservice bietet.
  • In den nächsten Jahren werden wir immer mehr innovative Entwicklungen im Bereich der Technologie und Automatisierung erleben — seien es selbständige Lieferungen, etwa mittels Drohnen und autonomer Fahrzeuge, oder Big Data, Roboter und Chatbots.

Doch eines ist sicher: Der elektronische Handel entwickelt sich in einem rasanten Tempo und das werden Sie so schnell nicht vergessen. Schnallen Sie sich also an und auf geht’s!

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