Planung für mehr Erfolg: Experten-Meinungen von der Quintiq World Tour Singapur 2015

Wann ist die richtige Zeit, nach einer neuen IT-Lösung für Ihr Unternehmen zu suchen? Wie verringert UPS die Fahrzeiten seiner Fahrer? Und was kann Amazon von Rakuten lernen?

Mit diesen und weiteren Themen befassten sich unsere einflussreichen Branchenexperten auf der diesjährigen Quintiq World Tour-Veranstaltung in Singapur, deren Highlights wir im Folgenden für Sie zusammengefasst haben:

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Dr. Mahender Singh answers a question at the afternoon panel discussion

Woran erkennen Sie, dass Ihre Planungssoftware nicht mehr ausreicht und Sie nach einer leistungsfähigeren Alternative suchen sollten?

Vivek Sood (Geschäftsführer der Global Supply Chain Group): Vor 10 Jahren hätte ich gesagt: „Warten Sie, bis Ihre Pläne so starr sind, dass alle Beteiligten anfangen, sie zu umgehen.” Das geschieht vielleicht am ersten Tag oder zwei Jahre später. Doch heute sage ich: „Warum warten?” Wir haben in den vergangenen rund 10 Jahren eine enorme Wissensdatenbank zusammengetragen. Man muss also nicht warten.

Suhas Bhise (Leiter PPS, Logistik & Beschaffung, Arvind Limited): Bei Arvind haben wir mit der Suche nach einer neuen Lösung begonnen, weil unser vorhandenes Planungssystem unsere Anforderungen nur zu einem gewissen Grad erfüllen konnte. Gleichzeitig wuchs unser Unternehmen von Jahr zu Jahr erheblich, was einen beträchtlichen Anstieg der Produktionsvolumen bedeutete. Unsere Planer hatten wesentlich mehr zu beachten und wir erkannten, dass eine Planung mit Excel nicht mehr ausreichte.

Charlie Macdonald (Industry Executive für Produktion, Transport & Logistik, Telstra): Wir durchlaufen gerade einen grundlegenden Umstellungsprozess hin zu einem kundenzentrierten Unternehmen. Seit drei Jahren messen wir die Zufriedenheit unserer Kunden mit dem Net Promoter Score. An diesen haben wir die Vergütung – auch die des CEO – gekoppelt. Zwei Jahre gab es keine Boni für uns, weil wir unsere Kunden-Servicelevel nicht erreichten. Daraufhin haben wir eine ganze Reihe von Veränderungen eingeführt. Und wissen Sie was? Das hat sich dieses Jahr ausgezahlt. Doch nun heißt es, wie wir aus dem Feedback unserer Kunden schließen, dass wir ein riesiges Problem mit unseren internen Prozessen und Systemen haben. Zum Beispiel bemüht sich unser Mitarbeiter, einem gefährdeten Kunden zu helfen, doch es tut sich einfach nichts. Der Mitarbeiter sagt: „Ich möchte Ihnen wirklich gerne helfen, aber das System lässt mich nicht.” Wir müssen da etwas tun und unbedingt unser System ändern, damit unsere Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten, unsere Kunden besser zu betreuen.

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Welche asiatischen Gepflogenheiten könnte die restliche Welt übernehmen und anders herum?

Kris Kosmala (Vice President Asien-Pazifik, Quintiq): Ich möchte gerne das Beispiel von Rakuten nennen. Rakuten wollte wie Amazon werden, stellte aber fest, dass sich durch eine Auslagerung der Supply-Chain mehr Geld verdienen lässt. Während die LKW unterwegs sind und die letzten Kilometer der Lieferungen an die Rakuten-Kunden übernehmen, prüfen sie, ob an den Abholpunkten noch andere Sendungen bereitliegen, die ebenfalls transportiert werden müssen. Es ist eine Kombination aus Angebot und Nachfrage. Das macht Amazon nicht, aber ich stelle fest, dass diese Methode nun auch langsam in den USA Fuß fasst.

Dr. Mahender Singh (Gründer, CEO & Rektor, Malaysia Institute for Supply Chain Innovation): UPS tut etwas ganz Simples: Die Fahrzeuge von UPS biegen nicht links ab, nur rechts. Denn in den USA muss man, um links abzubiegen, an der Ampel warten. So etwas Simples kann eine sehr große Rolle spielen.

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Telstra executive Charlie Macdonald talks about the formula to the personal supply chain

Charlie Macdonald: Diese Idee ist vielleicht nicht neu, aber unbedingt erwähnenswert. Freight Exchange ist eine Softwareplattform für freie Frachtkapazitäten. Sie bildet einen beidseitigen Marktplatz für die Akteure der Güterverkehrsbranche. Wenn Sie als Fahrer im Überland-Linienverkehr auf dem Weg von Melbourne nach Brisbane sind und freie Frachtkapazitäten haben, veröffentlichen Sie diese auf Freight Exchange. Wenn Sie als Versender etwas abholen lassen müssen, loggen Sie sich ebenfalls ein. Diese Softwareplattform bringt freie Kapazitäten mit dem Bedarf danach zusammen. Wir haben ein erhebliches Frachtungleichgewicht und wegen der dünnen Besiedelung viele Leerfahrten. Wenn wir eine bessere Ressourcenauslastung erzielen würden, wäre das für alle gut.

Vivek Sood: Amazon befasst sich gerade mit „Predictive Shipping”. Zweifelsohne ist das der nächste Schritt im E-Commerce. Hinter den Kulissen führt Amazon bereits belastbare Verhaltensanalysen auf der Grundlage des Kaufverhaltens der Kunden durch. Außerdem ist Amazon dabei, sein Logistiknetz enger zu knüpfen, sodass wir vielleicht erleben, dass Amazon in Zukunft UPS-Filialen kauft.

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