So können 3PL-Dienstleister der Commoditisierung den Kampf ansagen und Innovationen vorantreiben

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Die Frage, die heute jeden 3PL-Dienstleister umzutreiben scheint, lautet: Wie können wir uns von der Masse abheben und einem Preiskampf entgehen?

Adrian Gonzalez, der Gründer von Adelante SCM, bringt in seinem Blog Talking Logistics etwas Licht ins Dunkel: „3PL-Dienstleister haben keinen Anreiz innovativ und kreativ zu sein, wenn es Ihr Ziel ist, sie im Preis zu drücken, das ganze Risiko auf sie abzuwälzen und dann die Aufträge in 1-3 Jahren wieder neu auszuschreiben. Der Einkauf von Logistikdienstleistungen ist etwas ganz anderes als der Kauf von Büroklammern, trotzdem gehen viele Beschaffungsorganisationen die Sache genauso an.”

Chris Saynor, CEO von Eye for Transport (eft), stimmt dem voll und ganz zu: „Es besteht eine technologische Kluft zwischen dem, was die Kunden wünschen, und dem, was die Logistikdienstleister bieten. Diese Kluft gab es schon immer und zwar deshalb, weil sie sich nicht einigen können, wer für die Leistung zahlt”, erklärte Saynor dieses Jahr auf der Quintiq World Tour in London. „Im Zusammenhang mit der Commoditisierung ist es die Technologie, die es eigentlich vermag, der Commoditisierung den Kampf anzusagen. Das ist die Differenzierung.”

Im aktuellen 3PL Contracting Report 2015 stellt eft fest, dass mehr als 40% der Umfrageteilnehmer die Auffassung teilen, dass neue Technologien, wie Erweiterte Realität, Lieferdrohnen, 3D-Druck und fahrerlose Fahrzeuge, in Zukunft eine Rolle in den befragten Unternehmen spielen werden. Allerdings hat die Mehrheit der Unternehmen sowohl auf der Seite der Versender als auch auf der Seite der 3PL-Dienstleister in Bezug auf diese Technologien keine Pläne für die unmittelbare Zukunft.

Meiner Ansicht nach können und sollten sich 3PL-Dienstleister jetzt darauf konzentrieren, ihre Planungsprozesse zu verbessern und ihre Betriebseffizienz zu steigern. Dabei sollten die 3PL-Dienstleister den Schwerpunkt ihrer Verbesserungsbemühungen auf folgende vier Schlüsselbereiche legen:

1. Grenzüberschreitende und geschäftsbereichsübergreifende Transparenz
Hier geht es vor allem um Effizienz. Der erste Schritt, um die Zahl der Leerfahrten bzw. unnötigen Fahrten zu reduzieren, besteht darin, stets zu wissen, wo genau sich Ihre Ressourcen befinden. Haben Sie eine Plattform, die das kann?

2. Das richtige Verhältnis von Servicelevels und Kosten
Viele Planer tun sich schwer, einen realisierbaren Plan zu erstellen, sodass die Leistungskennzahlen in der täglichen Planung wahrscheinlich keine Rolle spielen. Ganz gleich, ob Sie weniger von Subunternehmen abhängig sein oder die Zufriedenheit Ihrer Kunden steigern möchten, müssen Sie verschiedene Planungsszenarien simulieren können, um die bestmögliche Lösung zu finden.

3. Größeres Leistungsspektrum als ein Transportunternehmen
In diesem Bereich haben Sie die besten Chancen, Ihr Unternehmen weiterzuentwickeln und der Commodity-Falle zu entgehen. Können Sie mit den komplexen Planungsanforderungen des Kombinierten Verkehrs und des Bestandsmanagements umgehen?

4. Einhaltung von strengen Regeln und Vorschriften
Das mag trivial klingen, sollte aber keinesfalls außer Acht gelassen werden, da andernfalls Ihre Betriebsabläufe beeinträchtigt werden können. Ganz gleich, ob es um fahrpersonal- oder arbeitsrechtliche Bestimmungen, temperierte Fracht oder um Zugangsregeln und -richtlinien geht — sollten Ihre Pläne sämtliche Regeln und Vorschriften berücksichtigen.

Ein solides Planungsfundament stärkt sowohl bei den Kosten als auch beim Service die Wettbewerbsfähigkeit der 3PL-Dienstleister. Noch einmal möchte ich hier Chris Saynor zitieren: „Unternehmen, die das frühzeitig erkennen, werden sich meines Erachtens einen USP sichern und nicht in die Commodity-Falle tappen.”

Möchten Sie mehr wissen? Treffen Sie Chris Saynor und weitere Experten auf unserer nächsten Quintiq World Tour-Veranstaltung, die am 5. November 2015 in Istanbul stattfinden wird. Sichern Sie sich noch heute Ihren Platz.

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