Vorhersagbarkeit vs. Agilität: Beides ist machbar

Während ich mich auf ein Führungstreffen bei einem sehr großen, vielschichtigen und dynamischen Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen vorbereitete, erfuhr ich von einem internen Konflikt zwischen Vertrieb und Produktbereitstellung. Aus Perspektive des für die Distributionslogistik zuständigen Teams rührte dieser – glücklicherweise gemeinschaftliche – Konflikt aus zwei widersprüchlichen Forderungen sowohl im Vertriebs- und Produktbereitstellungsprozess als auch bei der täglichen Auftragsabwicklung. Im Wesentlichen vertrat der Vertriebsleiter die Position, dass Agilität zu jeder Zeit unerlässlich sei, während für den Produktbereitstellungsleiter Stabilität und Vorhersagbarkeit vorrangig waren.

image001Es stellte sich heraus, dass der Vertrieb so flexibel und in der Lage sein wollte, Markt- und Kundenchancen zu nutzen. Auf diese Weise kann er schnell auf neue Aktionen, Anfragen und auf Möglichkeiten, überschüssige Bestände oder weitere Produkte zu einem günstigen Preis zu verkaufen, reagieren. Andererseits benötigt die Produktbereitstellung Vorhersagbarkeit, um sicherzustellen, dass die richtigen Produkte produziert werden und verfügbar sind, um laufende Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig zu gewährleisten, dass Waren mit kurzer Haltbarkeit nicht aufgrund der Überschreitung ihres Verfallsdatums entsorgt werden. Offenkundig handelte es sich also um die übliche (und natürliche) Spannung zwischen Vertrieb und Produktbereitstellung, die durch Vertriebs- und Produktbereitstellungsprozesse (und nach Möglichkeit zugehörige Instrumente) zu lösen sein sollte.

Und dennoch dauerte dieser Konflikt an und schien nicht lösbar. Es war ein ständiger Balanceakt, verschärft durch das große Volumen und die mögliche Produktvielfalt, die das Unternehmen in seinen vielen Betrieben herstellt. Den Produktmix richtig zu gestalten, war in Anbetracht der gegebenen Produktions-, Liefer- und Logistikbeschränkungen tatsächlich eine schwierige Aufgabe.

Als ich genauer nachforschte, entdeckte ich jedoch ein interessantes Paradox: Es stellte sich heraus, dass sowohl der Vertriebs- als auch der Produktbereitstellungsleiter eigentlich beides wollten: Agilität und Vorhersagbarkeit – nur auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Zeiten. Der Vertriebsleiter bestätigte, dass er sich Agilität wünschte, um Marktchancen zu nutzen, aber auch Stabilität und Vorhersagbarkeit des Produktangebots zur Deckung der Nachfrage. Er musste sicherstellen, dass die Produktbereitstellung jedes durch sein Vertriebsteam gegebene Versprechen auch würde erfüllen können. Die Sichtbarkeit von Angebot und Nachfrage beinhaltete für ihn beides: Agilität und Vorhersagbarkeit.

Auch der Produktbereitstellungsleiter bestätigte, dass Agilität notwendig sei, um auf Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage eingehen zu können. Tatsächlich sei sein Team auf vorhersagbare Bedarfssignale angewiesen, aber auch ein hohes Maß an Agilität sei erforderlich, um im Tagesgeschäft die wechselnden Anforderungen des laufenden Betriebs und der Nachfrage angemessen erfüllen zu können: Veränderlichkeit von Mengen und Rohstoffqualität sowie von Produktion und Logistikprozessen, einschließlich Störungen, tägliche Vertriebsanfragen und wesentliche Änderungen in Kundenaufträgen, die häufig eine schnelle Lieferung verlangen.

Obwohl beide Führungskräfte jeweils einer Seite den Vorzug gaben, wollten und brauchten sie tatsächlich eine Supply-Chain, die sowohl äußerst reaktionsschnell als auch konstant vorhersagbar ist. An dieser Stelle veränderte Quintiqs integrierter Ansatz für die Geschäftsplanung ihren Austausch und ihre Denkweise. Dadurch, dass es möglich ist, sämtliche Angebots- und Nachfragekomponenten der Supply-Chain genau abzubilden, und zwar sowohl mit dem Vertriebs- und Produktbereitstellungstool als auch bei der Planung von Produktion und Logistikprozessen, hat sich der Dialog geändert: Er konzentriert sich nicht mehr auf den Konflikt zwischen Vorhersagbarkeit und Agilität, sondern auf die Zusammenarbeit, um beide Aspekte – für den Vertrieb und die Produktbereitstellung – über verschiedene Zeithorizonte zu stärken. Sowohl der Vertrieb als auch die Produktbereitstellung benötigte eine Lösung ohne Kompromisse, die sie mit der passgenauen Lösung von Quintiq bekommen.

image003Darüber hinaus wird berücksichtigt, welche Daten benötigt werden und wann sie benötigt werden, um Marktnachfrage und -chancen zu klären und diese Bedarfssignale und Prognosen mit der Produktion, dem Vertrieb und der Logistikplanung, einschließlich Terminierung, zu synchronisieren. Die Lösung von Quintiq ist in der Lage, die Bedarfsprognose und -planung auf einer einzigen Plattform abzubilden, zu integrieren, zu visualisieren und zu optimieren, sodass sich die Liefer-, Produktions-, Lager-, Distributions- und Produktionsprozesse in einem tatsächlich transparenten und gemeinschaftlichen Vertriebs- und Produktbereitstellungsprozess zusammenfassen lassen. Der Vertrieb und die Produktbereitstellung haben so die Möglichkeit, zusammenzuarbeiten, um Vorhersagbarkeit und Agilität in jeder Phase sicherzustellen. Alle Beteiligten haben den gleichen Kenntnisstand, um fundierte Entscheidungen für verschiedene Zeiträume treffen zu können – eine echte Lösung ohne Kompromisse.

Gibt es noch Konflikte? Natürlich. Die Kapazitäten und Fähigkeiten der Produktion sind begrenzt. Der Vertrieb darf keine falschen Versprechungen machen, mit denen er das Kundenvertrauen gefährdet. Mit den leistungsstarken Instrumenten von Quintiq für die Supply-Chain-Planung und -Optimierung lassen sich Vorhersagbarkeit und Agilität jedoch präzise steuern. Zudem kann das Tool für zukünftige Szenarios verwendet werden, um zu bestimmen, wie und wann strategische Unternehmensentscheidungen getroffen werden sollen, um den Marktänderungen, Kundentrends und neuen Marktchancen entsprechend zu handeln, statt einfach darauf zu reagieren.

Welche Konflikte könnten in Ihrer Organisation durch die Implementierung einer alle Aspekte umfassenden Plattform für die Supply-Chain-Planung und -Optimierung gelöst werden?

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