Wer will Nachfrageprognosen-Experte werden? (Teil 1)

Seien wir mal ehrlich: Nicht jeder von uns hat eine DeLorean-Zeitmaschine in der Garage stehen, mit der wir mal eben in jede beliebige Zeit in der Zukunft (oder Vergangenheit) reisen können. Bis zu dem Augenblick, wenn wir bloß einsteigen und die Uhr 10 Jahre vorstellen, müssen wir uns mit den richtigen Tools und Fähigkeiten rüsten, um die Zukunft vorhersagen zu können.

Eine Verbesserung Ihrer Nachfrageprognosen ist mit das Beste, was Sie für Ihre Planung im Bereich Vertrieb (Sales) und Produktbereitstellung (Operations) tun können.

Darum ging es unter anderem beim letzten Sales & Operations Planning-(S&OP)-Webinar von Quintiq und EyeOn. Durch das einstündige Live-Webinar führten Dr. Michiel Jansen, Senior Solutions Consultant bei Quintiq, und Dr. Freek Aertsen, geschäftsführender Partner bei EyeOn. Das offizielle Hashtag der Veranstaltung lautete #DemandPlan2013.

Die beiden Experten im Bereich Prognose und Bedarfsplanung vermittelten in diesem S&OP-Webinar wertvolle Erkenntnisse. Sehen Sie sich dazu den Live-Mitschnitt des Webinars an.

Lesen Sie weiter und informieren Sie sich über die Kernpunkte der Veranstaltung.

Prognosen sind nie zu 100% richtig

Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, ist meist nur ein geringer Prozentsatz der Prognosen richtig. Warum ist das so? Kann es sein, dass wir bei der Prognose nicht auf historische Daten und Predictive Analytics zurückgegriffen haben? Nicht ganz. Die Wahrheit lautet: Wir werden wahrscheinlich nie eine zu 100% richtige Prognose erstellen, aber wir können die Lücke zwischen der Prognose und dem tatsächlichen Ausgang verringern. Dr. Aertsen erklärt das vier Schritte umfassende Verfahren für die Feinabstimmung Ihrer Prognoseergebnisse wie folgt:

1. Zusammenarbeiten

Informationen sind das A und O. Sie brauchen aus allen Bereichen Ihrer Supply-Chain so viele Daten wie nur irgendwie möglich. Das ist ausschlaggebend, wenn man qualitativ hochwertige Bedarfssignale und Bezugsmöglichkeiten erhalten will. Es gilt also Beziehungen zu Lieferanten, Vertriebspartnern, Kunden und sogar zu den Abteilungen im eigenen Unternehmen, wie z. B. Vertrieb und Marketing, aufzubauen. Die Zusammenarbeit aller Glieder Ihrer Supply-Chain ist für eine solide Prognosegenauigkeit unerlässlich.

2. Prognostizieren

Forecast leaders with higher #forecast accuracy have better
service & lower stocks, says @FreekAertsen
#DemandPlan2013
— Quintiq (@Quintiq) September 19, 2013

Das ist kein Hexenwerk. Dr. Aertsen erklärt, dass sich eine Investition in die Prognose- bzw. Bedarfsoptimierung durchaus auszahlt. Wie geht man also die Sache an, wenn man Experte in Sachen Prognose werden möchte?

Erstens: Die Komplexität der Supply-Chain spielt keine Rolle, wie die nachstehenden Zahlen zeigen. EyeOn führte eine Benchmark-Studie mit 90 Unternehmen durch, bei der die Komplexität der Unternehmen mit der Genauigkeit ihrer Prognosen in einer Complexity Measurement Scale verglichen wurde. Dabei wurde festgestellt, dass Unternehmen mit einer Komplexität von über 60% in ihren Prognosen eine Genauigkeit von mindestens 80% aufwiesen. Die Schlussfolgerung daraus? Man kann genaue und richtige Prognosen erstellen und zwar ungeachtet der Komplexität der Geschäftsabläufe.

Complexity Measurement Scale

Zweitens: Die Unternehmen mit einer Prognosegenauigkeit von 80% und mehr hatten in der Regel einen betriebsfähigen Prozess erarbeitet und umgesetzt, der die Auswirkungen der Komplexitäten auf die Bedarfssignale minimierte und individuell für das jeweilige Unternehmen gilt.

Dr. Aertsen erklärt weiter, dass sich die Crowd Forecasting-Methode bestens dazu eignet, die Nachfrage nach neuen, an den Endnutzern ausgerichteten Produkten zu ermitteln. Die im Rahmen des Crowd Forecasting erhobenen Informationen tragen zu einer genaueren Bedarfsprognose bei.

Crowd #forecasting the new way to forecast the success
of new products #DemandPlan2013
— Quintiq (@Quintiq) September 19, 2013

Wie sieht es mit Ihren Planern aus? Dr. Aertsen führt weiter aus, dass die Unternehmen mit hervorragenden Prognoseergebnissen hochkompetente Planer mit den richtigen Qualifikationen und Fähigkeiten beschäftigen. Die Planer müssen in der Lage sein, die ihnen vorgelegten Prognosedaten kritisch zu beurteilen. Dr. Aertsen erklärt weiter, dass laut einer Studie Planer, die umfassende Anpassungen der ursprünglichen Prognose vornehmen, in der Regel einen höheren Nutzen realisieren. Planer, die nur kleinere Anpassungen der Prognose vornehmen, verbessern die Prognose hingegen nur geringfügig oder verschlechtern sie mitunter sogar.

Fazit: Stellen Sie nur Planer ein, die wissen, was man ändern muss.

3. Überwachen und kontrollieren

Eine systematische Überwachung und Kontrolle der Nachfrage- und Angebotsschwankungen ist für aussagekräftige Prognosen unerlässlich. Dazu ist eine vollständige Integration in Ihre betrieblichen Systeme erforderlich, um rasch auf unerwartete Änderungen bei der Nachfrage und/oder beim Angebot reagieren zu können. Flexibilität ist hier entscheidend.

4. Gestalten

Die ersten drei Schritte sind erledigt. Jetzt geht es an die Gestaltung. Der von Ihnen zu initiierende Prozess sollte rasche, datengestützte Entscheidungen ermöglichen, mit denen sich anhand der im Rahmen der Überwachung und Kontrolle angezeigten Warnhinweise der Gewinn optimieren lässt. Mit diesen Entscheidungen lässt sich die Bedarfssteuerung in Ihrem Vertriebs- und Produktbereitstellungsprozess gestalten.

Hierbei handelt es sich um einen Beitrag in zwei Teilen. Sie sollten auch den zweiten Teil der Webinar-Wiederholung lesen – es sei denn, Ihr Fluxkompensator ist ausreichend mit Plutonium gefüllt, um durch die Zeit zu reisen.

Sehen Sie sich den Live-Mitschnitt des Webinars an.

Folgen Sie @Quintiq, @FreekAertsen und @EyeOnPlanning auf Twitter.

Bildnachweis: zgeek

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