Wir leben im Zeitalter der Industrie 4.0. Sie auch?

iStock-499597833Die auf den globalen Märkten herrschenden Unsicherheiten machen eine Umstellung von der tabellenkalkulations-basierten Planung hin zu einer intelligenten Szenario-Modellierung erforderlich. Diese wird dazu beitragen, Was-wäre-wenn-Fragen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen zu beantworten, beispielsweise Fragen im Zusammenhang mit pauschalen Einfuhrsteuern, Ausfuhrsperren wichtiger Werk- bzw. Rohstoffe oder etwa der reservierten Haltung von Ländern, die wichtige Fahrrinnen oder Flugkorridore blockieren.

Gut vorbereitet oder schlecht ausgerüstet – auf welcher Seite stehen Sie?

Wie unsere Marktforschung zeigt, halten fast 50% der Führungskräfte ihre Planungsprozesse und Unterstützungstechnologien für nicht in der Lage, den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Fast so viele sagen auch, dass die Informationsgewinnung aus ihren Business Intelligence-(BI)-Systemen zu lange dauert und dass die Erarbeitung verlässlicher Pläne, die sie mit einem guten Gefühl ausführen können, sogar noch länger dauert.

Selbst wenn die betreffenden Personen intelligente Planungstechnologien anstatt der bisherigen Tabellenkalkulationsprogramme zur Verfügung gestellt bekämen, wäre ihr Vertrauen in maschinell erstellte Pläne und Resultate durch ihre bisherigen Erfahrungen, die in Zeiten des raschen technologischen und des permanenten politischen Wandels nutzlos sind, getrübt.

Das Zeitalter intelligenter Fabriken

Wenn Sie nicht abgehängt werden wollen, werden Sie auf Maschinen ‒ ob nun real existierende oder virtuelle ‒ vertrauen müssen. Wenn Sie Ihr Unternehmen voranbringen wollen, werden Sie auf Industrie 4.0 setzen müssen. Sollten Sie davon noch nicht gehört haben, werden Sie diesem weiteren scheinbar leeren Schlagwort wahrscheinlich skeptisch gegenüber stehen. Bei näherer Betrachtung werden Sie feststellen, dass die Industrie 4.0 an Schlagkraft gewinnt und man sie genau im Blick behalten sollte, denn sie wird die Fertigungsindustrie wie Sie sie kennen revolutionieren.

Die Industrie 4.0 sollte als die nächste Phase der Digitalisierung in der verarbeitenden Industrie betrachtet werden. Sie führt zu einem reibungslosen Übergang von der virtuellen Welt der Forschung und Konzeption zur realen Welt der flexiblen Umsetzung des Konzepts in ein reales Produkt, selbst wenn für dieses Produkt mehrere Durchläufe in komprimierten Produktions-Außerbetriebnahme-Zyklen erforderlich sind. Ausschlaggebend für den Erfolg dieser komprimierten Zyklen aus virtuellen und realen Prozessen ist die Fähigkeit, alle vorhandenen Daten und erstellten Szenarien für jede spätere Produkt- und Dienstleistungsversion analysieren zu können.

Vielen Unternehmen mangelt es an den erforderlichen analytischen Fähigkeiten, da bei ihnen anstatt datengestützter Echtzeit-Entscheidungsprozesse alte Denkweisen vorherrschen. Selbst wenn die Geschäftsleitung den Eindruck hat, dass ihrem Unternehmen die Fähigkeit fehlt, Daten zu interpretieren und erforderliche Geschäftsmanöver durchzuführen, lehnt sie es noch mehr ab, die analytischen Methoden der „alten Hasen” und deren Ratschläge für taktische und strategische Schritte zu hinterfragen.

Strategien zur Digitalisierung Ihrer Planungsabteilung

Welche neuen Datenpunkte müssen Sie berücksichtigen, um Ihre Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten und an die sich wandelnden Märkte anzupassen? Lesen Sie weiter…

1. Roboter übernehmen immer mehr Jobs

Alle Jobs, die einer wiederkehrenden Routine folgen und damit vorhersagbar sind, laufen Gefahr, in Zukunft nicht mehr von Menschen, sondern von Robotern und Automaten erledigt zu werden. Aus diesem Grund wird Ihr Unternehmen schon beim geringsten Anzeichen, dass ein bestimmter Job in einigen Jahren der Vollautomatisierung zum Opfer fallen wird, keine Chance mehr haben, einen Menschen dafür zu gewinnen.

China, das von anderen Industriestaaten häufig gescholten wird, weil es billige Arbeitskräfte einsetzt, um die Herstellungskosten zu drücken, steht an der Spitze der Roboterisierung. 2015 kaufte China mehr Roboter als alle europäischen Länder zusammen (68.000 im Vergleich zu 50.100 Robotern). Schätzungen zufolge soll diese Zahl zwischen 2016 und 2019 um durchschnittlich 30% auf über 400.000 Roboter im Jahr 2019 weiter steigen. Das entspricht 40% der weltweit verkauften Industrieroboter.

Aber auch die nordamerikanischen Produktionsunternehmen sind ganz ausgeschlafene Bürschchen. Die USA sind derzeit der viertgrößte Binnenmarkt für Industrieroboter. Jedes Jahr werden hier rund 36.000 Roboter in Betrieb genommen, wodurch die entsprechenden Arbeitsplätze wegfallen. Das bedeutet, dass Sie Ihre bisherigen KPI-Annahmen in Bezug auf Aspekte wie Produktivität, Zykluszeiten, Stückkosten und Geschwindigkeit der Auftragsausführung ändern müssen. Selbiges gilt etwa für die Arbeitsplatzgestaltung, den Arbeitsflächenbedarf und die Nachschubregelung für den jeweiligen Arbeitsplatz.

2. Geschäftsmodelle als Spielball der Volatilität

Das traditionelle Geschäftsmodell von produzierenden Unternehmen ändert sich und es werden in immer kürzeren Abständen immer neue Modelle entwickelt. Rund 80% der produzierenden Unternehmen rechnen damit, dass in jedem typischen Unternehmensplanungszyklus neue Wettbewerber auf den Markt drängen.

Angesichts der Annäherung von virtueller und realer Welt besteht eine der größten Bedrohungen für moderne Fertigungsunternehmen in unkontrollierten Innovationen, die nicht mit ihnen verbundene Dritte am Rand ihrer Kernprodukte entwickeln. Wenn Sie diese ganze Kreativität rund um Ihre Produkte für sich nutzen möchten, müssen Sie die Daten berücksichtigen, die ganze Netzwerke von „Ökosystemen” (in denen Ihr Unternehmen Partnern Ressourcen, Starthilfe und Know-how rund um die Technologieintegration zur Verfügung stellt, um den Aufbau von Unternehmen rund um Ihre eigenen Technologien zu fördern) und „Plattformen” (die Fähigkeit Ihrer eigenen ungleichen Produkte, Services und Informationen über vordefinierte Datenströme auszutauschen) erzeugen.

Mit welcher Lösung gelingt es Ihnen, in der Industrie 4.0 zu überleben und das langfristige Bestehen Ihres Unternehmens in einer schnelllebigen Welt zu sichern? Die Antwort finden Sie in Teil 2: Machen Sie Ihre Planungsstrategien Industrie 4.0-fähig.

Bei diesem Blogeintrag handelt es sich um einen Auszug aus No world left for old style manufacturing auf LinkedIn.

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